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Die asymmetrische Bremsstrecke

Nähert sich ein Zug einem „Halt“ zeigenden Signal, so sollte er anhalten. (Natürlich, dafür ist das Signal ja da). Das allerdings bitte nicht ruckartig, sondern schön ordentlich bremsend. Und wenn das Signal auf „Fahrt“ schaltet, sollte der Zug wieder auf seine vorherige Geschwindigkeit beschleunigen. Fährt der Zug allerdings in die Gegenrichtung, so sollte ihn das Signal nicht stören. Hält ein Zug vor dem „Halt“ zeigenden Signal, sollte es möglich sein, in die Gegenrichtung wieder zurückzufahren, auch wenn das Signal weiterhin „Halt“ zeigt.

So logisch und einfach diese Forderungen anmuten, auf einer analogen Modellbahn ist es fast unmöglich, alle zu erfüllen, ohne mit dem Handregler einzugreifen oder komplizierte Elektronikmodule zu installieren. Bei digital betriebenen Anlagen hat sich eine einfache, aber sehr effektive Variante durchgesetzt, die inzwischen von den meisten Decodern unterstützt wird: Das Gleis erhält vor dem Signal einen isolierten Abschnitt, der über einige Dioden und den Rückmeldekontakt des Signals mit dem übrigen Gleis verbunden ist.

Zeigt das Signal jetzt „Fahrt“, wird der Gleisabschnitt über den Rückmeldekontakt des Signals mit dem Rest der Gleisanlage verbunden und die Spannung in der Schiene ändert sich am Signal nicht. Zeigt das Signal „Halt“, ist der Rückmeldekontakt nicht geschlossen und die Schiene wird über die Dioden mit der Rest-Strecke verbunden, was zu einem (geringfügigen) Absenken der Gleisspannung führt.

Der Decoder des Fahrzeugs vergleicht nun permanent die Spannungen der beiden Schienen. Ist diese annähernd gleich groß, so fährt die Lok gerade „ungefährdet“. Ist aber eine Differenz messbar, so ist das Triebfahrzeug im Bereich eines „Halt“ zeigenden Signals. Hat die in Fahrtrichtung rechte Schiene die niedrigere Spannung, so muss das Signal beachtet und der Zug angehalten werden. Liegt die Spannung der linken Schiene niedriger, darf weiter gefahren werden.

Das Anhalten wird in der Regel so gelöst, dass die Geschwindigkeitsbefehle der Zentrale ignoriert werden und die Sollgeschwindigkeit auf Null gesetzt wird. Das führt dann zum Bremsen. Beim wieder Anfahren (weil die Richtung gewechselt wurde oder die Schienenspannung wieder gleich sind) wird die Sollgeschwindigkeit dem aktuellen Fahrbefehl entnommen und das Fahrzeug beschleunigt wieder.

Die CV der asymmetrischen Bremsstrecke ist CV 27:

CV AdresseBit-
Nummer
CV Wert bei
Auslieferung
Beschreibung

27

0

0

Hat Bit 0 den Wert 1, stoppt das Fahrzeug, wenn die rechte

Schiene eine niedrigere Spannung hat als die linke.

Das ist die normale Nutzung der asymmetrischen Bremsstrecke.

0

1

Hat Bit1 den Wert 1, stoppt das Fahrzeug, wenn die linke

Schiene eine niedrigere Spannung hat als die rechte. Die

Einstellung ist gewöhnlich nur sinnvoll, wenn Bit0 = 0 ist.

(Sonst hält der Zug in jeder Richtung am entsprechend

ausgerüsteten Signal an.)

In der Standardeinstellung ist die asymmetrische Bremsstrecke also ausgeschaltet.

 

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